Konsum am Steuer: „Die Probanden würden schließlich im Dienste der Europäischen Union kiffen“

Würzburger Forscher suchen für die Studie „Druid“ (“Driving under the influence of drugs, alcohol and medicines“) freiwillige Autofahrer aus dem Raum München, die regelmäßig Drogen konsumieren. Ziel ist es herauszufinden, wie oft Verkehrsteilnehmer unter Rauschgift-Einfluss mit dem Auto unterwegs sind.

Bereits 170 Konsumenten haben sich an dem von der EU geförderten Projekte beteiligt. Unterstützt wird das Projekt insgesamt von 30 Forschungsinstituten aus 19 europäischen Ländern.
Rechtliche Konsequenzen haben die Probanden nicht zu befürchten: Die Staatsanwaltschaften Würzburg und München hätten schriftlich erklärt, dass sie nicht auf die Daten zugreifen würden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Münchner Behörde, Christian Schmidt-Sommerfeld. Die Angaben der Freiwilligen dürften nicht an Dritte weitergegeben werden: „Die Probanden würden schließlich im Dienste der Europäischen Union kiffen“.
Die Ethikkommission bräuchte ebenfalls nicht eingeschaltet zu werden, da die Probanden kein Rauschgift verabreicht bekämen, sondern dieses aus eigenen Quellen weiterhin beziehen würden. „Wir sagen nicht, nehmt Drogen, sondern suchen Leute, die schon Drogen konsumieren“, erläuterte Wissenschaftlerin Martina Walter vom Interdisziplinären Zentrum für Verkehrswissenschaft der Uni Würzburg.

Die Teilnehmer erhalten für ihren Konsum am Steuer 300 Euro. Einzige Aufgabe in den vier Wochen der Teilnahme ist es mit einem kleinen tragbaren Computer, einem so genannten BlackBerry unterwegs zu sein. Über dieses muss täglich ein Fragebogen ausgefüllt werden, der Fragen enthält, wie zum Beispiel über die Konsummenge, welche Droge eingenommen wurde, sowie den Zeitraum von Einnahme bis Beginn der Autofahrt.

Die Wissenschaftler wollen mit der Studie klären, ob überhaupt jemand unter Drogeneinfluss Auto fährt:„Dabei wollen wir weder mahnend den Zeigefinger heben noch den Konsum von Drogen verherrlichen“, sagte Walter. Oberstaatsanwalt Schmidt-Sommerfeld zufolge ist der Konsum von Drogen nicht strafbar, aber der Erwerb. Autofahrten unter Drogeneinfluss seien eine Ordnungswidrigkeit wie Trunkenheit im Verkehr. Obergrenzen für den Konsum wie bei Alkohol gebe es nicht.

Wenn man sich nun die Statistik von www.welt.de ansieht, ist es doch sehr beunruhigend zu wissen, dass Deutschland was den Konsum am Steuer betrifft bei Cannabis Platz fünf einnimmt und bei Alkohol sogar den Zweiten.

Wollen Sie da noch so genau wissen, wer was wann und wie oft konsumiert und in welchen Mengen um danach „gelassen“ auf die deutschen und europäischen Straßen zu fahren?
Ich finde alleine die Aussagen, dass die freiwilligen nicht rechtlich belangt werden können, weil sie „im Dienste der Europäischen Union kiffen“ sehr bizarr. Wie will man denn sonst Unfälle vermeiden und die deutschen Straßen sichern? Die Konsumenten von Drogen jeglicher Art mit 300 Euro belohnen?

Gesundheits-Blog-Autorin
Anna Caliebe

Anzeigen: CRM Lösungen

Leave a Reply

*
To prove that you're not a bot, enter this code
Anti-Spam Image