RLS: Wenn die Beine die Nacht zum Tag machen

Ein Zucken, Kribbeln oder Reißen in den Beinen, meist beginnt es kurz vor dem Zubettgehen: Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) bringt rund 800.000 Deutsche regelmäßig um den Schlaf. Frauen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Männer. Nur fünf Prozent der Betroffenen werden richtig therapiert. Im Durchschnitt dauert es zehn Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird.

Die Symptome treten vor allem nachts auf. Schmerzen und Missempfindungen in den Beinen verursachen Schlafstörungen, Muskelzuckungen führen zu kurzen Weckreaktionen. Einige Betroffene verschaffen sich Linderung durch nächtliche Gymnastik, denn Bewegung schafft eine kurzfristige Besserung der Schmerzen.

Die Ursachen der unruhigen Beine sind bislang nicht eindeutig geklärt. „Mittlerweile konnten mehrere Gene identifiziert werden, die mit dem Auftreten von RLS in Verbindung stehen“, so die RLS-Expertin Claudia Trenkwalder, Ärztliche Leiterin der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel. Bei dieser erblichen Form von RLS tritt die Krankheit oft bereits vor dem 30. Lebensjahr auf. Auch Eisenmangel, Parkinson oder eine Schwangerschaft können das Restless-Legs-Syndrom auslösen. Mediziner der Harvard School of Public Health fanden kürzlich heraus, dass Übergewicht oder ein großer Bauchumfang das Erkrankungsrisiko erhöht.

Heilbar ist das Syndrom nur, wenn es von einer anderen Erkrankung verursacht wurde. Leichte Beschwerden können durch Beinmassagen, kalte Fußbäder oder Kniebeugen gelindert werden. „In schwereren Fällen ist eine medikamentöse Therapie notwendig“, weiß Trenkwalder. Verabreicht werden Dopamin-ähnliche Arzneimittel, die auch bei Parkinson Anwendung finden. Im Vordergrund steht dabei meist die Verbesserung der Schlafqualität.
(Quellen: www.welt.de, www.netdoktor.de; Bild: www.pixelio.de)

Gesundheits-Blog-Autorin

Mirka Schöbel

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